Von Kriegsführung und Kreativität

Plakat-150dpiGuerilla Marketing. Bis zum heutigen Tage habe ich davon noch nichts gehört. Sicher. Die Begriffe „Marketing“ und „Guerilla“ sind durchaus bekannt. Als Guerilla wird dabei im Allgemeinen ein Kampfstil bezeichnet, bei dem es darauf ankommt, seinen Gegner durch ungewöhnliche Taktiken zu schwächen und so schließlich den Kampf für sich zu gewinnen. Und was soll das jetzt mit Marketing zu tun haben? Gibt es hier etwa auch Gegner, die es zu bezwingen gilt? Führen die Marketing-Agenturen einen geheimen Krieg mit hohen Verlusten? Nein. Ganz so verschwörerisch wie es klingen mag, ist es nicht. Der „Krieg“, um den es hier geht, wird unter den Wettbewerbsteilnehmern des freien Marktes ausgetragen. Blut fließt dabei nicht.

Wenn aber kleine Firmen oder Vereine mit wenig Kapital und noch weniger Erfahrung auch ein Stück vom leckeren Marktwirtschaftskuchen abhaben wollen, ist es oftmals schwer, sich mit konventionellen Mitteln gegen die Masse der Etablierten abzusetzen. Dann kommt das Guerilla Marketing ins Spiel. Es schockiert oder bringt zum Lachen. Mit niedrigen Kosten zaubern die Marketingagenturen kreative Kampagnen, die eine Vielzahl von Leuten auf emotionaler Ebene erreichen. Die Ausgestaltung kann dabei verschieden sein. Von bedruckten Bierdeckeln, über Werbungen auf einem Kassenbon, bis hin zu Plakaten für einen Männergesangverein. (L W)

Macht DSGVO Daten sicherer?

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Nach der Verschärfung der Datenschutzregeln fühlen sich viele Mittelständler und Vereine unsicher, was ihre Internetpräsenz angeht. Da die Haftungsrisiken schlecht kalkulierbar sind und Ängste im Hinblick auf eine Abmahnwelle bestehen, schränken viele Unternehmen ihre digitale Präsenz ein. Zudem entschied der Europäische Gerichtshof, dass sowohl Facebook, als auch die Betreiber der Fanpages auf dieser Social Media Plattform, die Verantwortung für die Verarbeitung der Daten tragen. Das birgt vor allem deswegen große Schwierigkeiten, da es unklar ist, welche Daten der Internetriese genau verarbeitet, wie er mit diesen umgeht und wie man an diese Informationen gelangen kann. Es ist nun abzuwarten, ob die Abschaltung der Fanpages notwendig ist oder ob bestimmte Vorkehrungen, wie beispielsweise eine Abänderung des Impressums, genügen.

Der Verbraucher soll besser geschützt, seine Daten sicherer behandelt und die Auskunft klarer geregelt sein. Die Idee der neuen Datenschutzgrundverordnung ist mehr Transparenz und Sicherheit der Konsumenten. Und genau dieses wünscht man sich auch für den Anbieter, der sich jedoch aktuell im Stich gelassen fühlt.

Immer deutlicher zeigt die DSGVO, wie wir alle ein Teil der digitalisierten Welt sind. Es ist nicht entscheidend, ob man ein Smartphone hat, einen Onlineshop besitzt oder ein digitaler Nomade ist. Auch Vereinsmitglieder, Handwerksbetriebe, Lehrer und so gut wie alle anderen Personen, die mit personenbezogenen Daten arbeiten, die vermeintlich nichts mit dem Internet zu tun haben, müssen neue Sicherheitsvorkehrungen treffen, um sich oder ihr Unternehmen zu schützen. Whatsapp-Gruppen, Arbeiten am privaten Computer oder das Ablegen von Passwörtern an unzureichend geschützten Orten sind für sie nun undenkbar geworden. Die DSGVO ist ein Schritt in die richtige Richtung, allerdings zeigt der zeitliche Ablauf von Umsetzung und Gesetzgebung, dass die Digitalisierung schneller voranschreitet, als Politik und Justiz.

Raus aus der Digitalität, rein in die Natur

Der Besitz von Schrebergärten, analogen Kameras und Schallplatten ist wieder im Trend. Wieso im Moment eine Rückbesinnung auf alte Traditionen stattfindet:

Keine Frage, die Digitalisierung biete viele neue Möglichkeiten und Vorteile. Doch in der Flut aus Informationen, die einem im World Wide Web zur Verfügung stehen und der Schnelllebigkeit des Internets, kristallisiert sich der Trend heraus, zu alten Werten, Traditionen und Gegenständen. Menschen möchten wieder etwas in der Hand haben, auf Bewährtes zurück zu greifen. Eine Form von Nostalgie?

Vor allem bei jüngere Menschen, die mit Computern und den Anfängen des Internets aufgewachsen sind, ist zu beobachten, dass Gesellschaft und Natur wieder ein wichtiger Teil des Lebens werden. Bei einem gemeinsamen Pubquiz-Abend wird lieber miteinander gesprochen, als Online über Social Media Kanäle.wheelbarrows-2157324_1280 Auch in die Natur verschlägt es viele Menschen wieder. Früher galten Schrebergärten als spießig und uncool. Heute sind sie vor allem in Großstädten wieder bei jungen Familien beliebt, um dem Großstadtdschungel für ein paar Stunden entfliehen zu können. Der Trend zum „Urban Gardening“ mit dem Anbau von eigenem Obst und Gemüse ist in vielen Großstädten zu spüren – in Berlin sind mehr als 10 000 Menschen auf der Suche nach einem grünen privaten Fleckchen. Im Trend sind zurzeit aber auch Gegenstände aus vergangenen Tagen: die analoge Fotografie und Polaroidkameras erleben ihr Comeback, genauso wie Schallplatten.

Doch was ist der Grund für die Rückbesinnung zur alten Zeit?old-1130731_1280 In einer Welt, in der ausschließlich Online kommuniziert, eingekauft, beraten und gebucht werden kann, fehlen vor allem zwei Dinge: die Persönlichkeit und das Haptische. Irgendwann hat man genug von all den digitalen und virtuellen Dingen. Man möchte wieder Gegenstände berühren und erspüren können und ein Gespräch führen, ohne Angst, dass alle geschriebenen Nachrichten gesammelt, gespeichert und an Dritte weitergegeben werden.

Für einen Augenblick gilt es dann, dem digitalen Wahnsinn zu entfliehen – raus aus der Digitalität, rein in die Natur. Was für ältere Generationen völlig normal war, wird gerade von der jüngeren wiederentdeckt und geschätzt. Digitalität ist eben nicht alles.

Konzerte sind gesünder als Yoga

„Studie behauptet: Besser als Yoga. Wer alle 14 Tage ein Konzert besucht, lebt zehn Jahre länger“. Als leidenschaftliche Konzertbesucherin konnte ich nicht umher, als schnell auf meinem Twitter zurück zu scrollen, als ich diesen Tweet von Stern Neon sah.

Der Stern stützt seine Aussage auf eine Studie von Verhaltensforschern der Goldsmith-Universität in London in Zusammenarbeit mit O2. Im Rahmen des Experimentes wurden Teilnehmer in drei Gruppen eingeteilt: Konzertbesucher, Yogasession-Besucher und Personen, die mit ihrem Hund spazieren gehen. Alle drei Aktivitäten sollen Stress abbauen. Das Ergebnis war die Steigerung des Wohlbefindens der Konzertbesucher von 21%. meditation-3338691_1280Beim Yoga wurde das Wohlbefinden nur um 10% und beim Ausführen des Hundes nur um 7% gesteigert. Somit sind Konzertbesucher die glücklicheren Menschen. Für einen langfristigen Effekt sollte man jedoch alle zwei Wochen ein Konzert besuchen. Damit könnte sogar das Leben um bis zu 10 Jahre verlängert werden. Hört sich doch gut an, oder etwa nicht?

Ich persönlich kann bestätigen, dass mich ein Konzert in der Tat glücklicher macht. Es bleibt jedoch fraglich, ob es überhaupt möglich ist, wirklich zwei Mal im Monat ein Konzert zu besuchen. Bei einer gewissen Anzahl von Bands, welche auch in der lokalen Umgebung auftreten, ist das Angebot vielleicht gedeckt. Darüber hinaus ist es natürlich auch fraglich, ob sich dies finanziell umsetzen lässt. Denn Konzerte sind im Regelfall ein kostspieliges Vergnügen. Dazu gehören nicht nur die teils horrenden Ticketpreise, sondern auch Anfahrtskosten, eventuelle Übernachtungskosten und natürlich Merchandising. Hinzu kommt der Stress, überhaupt an ein Ticket zu kommen, denn nicht selten sind diese innerhalb weniger Minuten ausverkauft oder nur noch Plätze ganz hinten vorhanden. Und ob sich dort das Wohlbefinden ebenfalls um 21% steigern lässt, wage ich zu bezweifeln.

Vielleicht ist eine gesunde Kombination aus Konzerten und Yoga und/oder dem Spaziergang mit dem geliebten Vierbeiner eine gute Alternative.

„Influencer“ sind die neuen großen Schwestern

Jeder im Marketingbereich spricht über sie: die sogenannten Influencer. In den letzten Jahren wurde dank Instagram, Youtube und Co. eine regelrechte Welle von „Beeinflussern“ zum Vorschein gebracht, die heute als Allzweckwaffe zur Vermarktung einer Marke promotet werden. Doch dabei ist das Prinzip hinter den Influencern alles andere als neu.

Jeder hatte als Kind in seinem Umfeld Menschen, die einen Einfluss auf einen geübt haben: die Eltern, Lehrer, das beliebteste Mädchen der Schule oder auch wie bei mir die große Schwester. Egal, welche Schuhe sie neu hatte, welche Musik sie hörte oder welche Schminke sie benutzte – als kleine Schwester war die große Schwester ein Vorbild. Alles was sie hatte, wollte ich auch haben. Und auch als Erwachsener ist das nicht anders: Die Kollegen, Nachbarn, Freunde: Alle haben einen Einfluss auf mein Leben und auch auf mein Kaufverhalten. Die Schuhe, die die Kollegin letzte Woche anhatte, brauche ich auch unbedingt, die neuen Gartenstühle des Nachbarn würden auch wunderbar auf meinen Balkon passen oder der Wein beim letzten Mädelsabend hat mir so gut geschmeckt, dass er direkt auf meiner Einkaufsliste landet.

smartphone-2652179_1280Dieses Prinzip steckt auch hinter dem sogenannten Influencer-Marketing. Nur das hier der Einfluss von jemanden kommt, den man nicht persönlich kennt, sondern nur über seine Darstellung auf Social-Media-Kanälen. Durch die Inszenierung des eigenen Lebens wird einem als Follower suggeriert, an dem Leben des Influencers teilzunehmen. Man entwickelt eine persönliche Beziehung. Wenn dieser Influencer nun bestimmte Produkte verwendet, und bewirbt, wird dem Follower zu verstehen gegeben: „Wenn dieser Person das Produkt gefällt, wirst du es auch mögen“. Beim nächsten Einkauf wird dann vielleicht die Zahnpasta für weißere Zähne gekauft, die auf einem Instagramaccount präsentiert wurde, als die sonst verwendete Marke.

Influencer sind also kein neues Phänomen, durch Soziale Netzwerke hat sich nur ein neuer Markt dafür entwickelt. Für Unternehmen kann die richtige und langfristige Kooperation – oftmals in Form von Produkten – mit Influencern Erfolge bringen. Glaubwürdigkeit und Authentizität sind hier wichtige Stichpunkte. Bei der Masse an Influencern ist jedoch die Intention zu hinterfragen, sind Gagen für Instagramkampagnen ab einer bestimmten Reichweite mittlerweile schwindelerregend hoch. Manchmal ist es dann doch besser, sich an den bekannten Influencern, Kollegin, Nachbar und große Schwester, zu orientieren. Hier weiß man, dass diese in der Regel nicht von den Konzernen, deren Produkte und Leistungen sie empfehlen, bezahlt werden.