Konzerte sind gesünder als Yoga

„Studie behauptet: Besser als Yoga. Wer alle 14 Tage ein Konzert besucht, lebt zehn Jahre länger“. Als leidenschaftliche Konzertbesucherin konnte ich nicht umher, als schnell auf meinem Twitter zurück zu scrollen, als ich diesen Tweet von Stern Neon sah.

Der Stern stützt seine Aussage auf eine Studie von Verhaltensforschern der Goldsmith-Universität in London in Zusammenarbeit mit O2. Im Rahmen des Experimentes wurden Teilnehmer in drei Gruppen eingeteilt: Konzertbesucher, Yogasession-Besucher und Personen, die mit ihrem Hund spazieren gehen. Alle drei Aktivitäten sollen Stress abbauen. Das Ergebnis war die Steigerung des Wohlbefindens der Konzertbesucher von 21%. meditation-3338691_1280Beim Yoga wurde das Wohlbefinden nur um 10% und beim Ausführen des Hundes nur um 7% gesteigert. Somit sind Konzertbesucher die glücklicheren Menschen. Für einen langfristigen Effekt sollte man jedoch alle zwei Wochen ein Konzert besuchen. Damit könnte sogar das Leben um bis zu 10 Jahre verlängert werden. Hört sich doch gut an, oder etwa nicht?

Ich persönlich kann bestätigen, dass mich ein Konzert in der Tat glücklicher macht. Es bleibt jedoch fraglich, ob es überhaupt möglich ist, wirklich zwei Mal im Monat ein Konzert zu besuchen. Bei einer gewissen Anzahl von Bands, welche auch in der lokalen Umgebung auftreten, ist das Angebot vielleicht gedeckt. Darüber hinaus ist es natürlich auch fraglich, ob sich dies finanziell umsetzen lässt. Denn Konzerte sind im Regelfall ein kostspieliges Vergnügen. Dazu gehören nicht nur die teils horrenden Ticketpreise, sondern auch Anfahrtskosten, eventuelle Übernachtungskosten und natürlich Merchandising. Hinzu kommt der Stress, überhaupt an ein Ticket zu kommen, denn nicht selten sind diese innerhalb weniger Minuten ausverkauft oder nur noch Plätze ganz hinten vorhanden. Und ob sich dort das Wohlbefinden ebenfalls um 21% steigern lässt, wage ich zu bezweifeln.

Vielleicht ist eine gesunde Kombination aus Konzerten und Yoga und/oder dem Spaziergang mit dem geliebten Vierbeiner eine gute Alternative.

„Influencer“ sind die neuen großen Schwestern

Jeder im Marketingbereich spricht über sie: die sogenannten Influencer. In den letzten Jahren wurde dank Instagram, Youtube und Co. eine regelrechte Welle von „Beeinflussern“ zum Vorschein gebracht, die heute als Allzweckwaffe zur Vermarktung einer Marke promotet werden. Doch dabei ist das Prinzip hinter den Influencern alles andere als neu.

Jeder hatte als Kind in seinem Umfeld Menschen, die einen Einfluss auf einen geübt haben: die Eltern, Lehrer, das beliebteste Mädchen der Schule oder auch wie bei mir die große Schwester. Egal, welche Schuhe sie neu hatte, welche Musik sie hörte oder welche Schminke sie benutzte – als kleine Schwester war die große Schwester ein Vorbild. Alles was sie hatte, wollte ich auch haben. Und auch als Erwachsener ist das nicht anders: Die Kollegen, Nachbarn, Freunde: Alle haben einen Einfluss auf mein Leben und auch auf mein Kaufverhalten. Die Schuhe, die die Kollegin letzte Woche anhatte, brauche ich auch unbedingt, die neuen Gartenstühle des Nachbarn würden auch wunderbar auf meinen Balkon passen oder der Wein beim letzten Mädelsabend hat mir so gut geschmeckt, dass er direkt auf meiner Einkaufsliste landet.

smartphone-2652179_1280Dieses Prinzip steckt auch hinter dem sogenannten Influencer-Marketing. Nur das hier der Einfluss von jemanden kommt, den man nicht persönlich kennt, sondern nur über seine Darstellung auf Social-Media-Kanälen. Durch die Inszenierung des eigenen Lebens wird einem als Follower suggeriert, an dem Leben des Influencers teilzunehmen. Man entwickelt eine persönliche Beziehung. Wenn dieser Influencer nun bestimmte Produkte verwendet, und bewirbt, wird dem Follower zu verstehen gegeben: „Wenn dieser Person das Produkt gefällt, wirst du es auch mögen“. Beim nächsten Einkauf wird dann vielleicht die Zahnpasta für weißere Zähne gekauft, die auf einem Instagramaccount präsentiert wurde, als die sonst verwendete Marke.

Influencer sind also kein neues Phänomen, durch Soziale Netzwerke hat sich nur ein neuer Markt dafür entwickelt. Für Unternehmen kann die richtige und langfristige Kooperation – oftmals in Form von Produkten – mit Influencern Erfolge bringen. Glaubwürdigkeit und Authentizität sind hier wichtige Stichpunkte. Bei der Masse an Influencern ist jedoch die Intention zu hinterfragen, sind Gagen für Instagramkampagnen ab einer bestimmten Reichweite mittlerweile schwindelerregend hoch. Manchmal ist es dann doch besser, sich an den bekannten Influencern, Kollegin, Nachbar und große Schwester, zu orientieren. Hier weiß man, dass diese in der Regel nicht von den Konzernen, deren Produkte und Leistungen sie empfehlen, bezahlt werden.