Hiking, Urban Gardening und Forest Bathing – alter Wein, neue Flasche oder schlichtweg hipp??

Auf den ersten Blick drei Begriffe, die auf jeden Fall einen gemeinsamen Nenner haben – Natur. Auch wenn man sich sicherlich fragt, was man sich genau „Waldbaden“ vorstellen soll. Und genau dort sieht man auch schon den zweiten gemeinsamen Nenner und für Vielermann das Problem – englische Begriffe. Warum ist Hiking das neue Wandern, Urban Gardening der neue Schrebergarten und der aktuelle Trend Forest bathing der upgegradete Waldspaziergang? Zurück zu alten Werten und vor allem der hautnahe Kontakt mit der Natur ist doch eine super Sache, also warum neuen und auch irgendwo fragwürdige Namen für etwas, was Generationen vor uns schon vorhanden war? Muss heute alles hipp und trendy sein, damit es sich erst gut verkauft? Und vielmehr, wo wird das enden?

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Ein einfacher Bummel durch die City verdeutlicht das Ganze. Es ist quasi unmöglich, die zahlreichen Sale Angebote der Modeboutiquen zu übersehen. Als Online-Mitglied kann man sich mit seinem Smartphone noch den neusten Rabatt-Code schnell downloaden, oder gleich alles bequem von zu Hause per Express-Versand bestellen.

Liegt es an der Internationalisierung oder ist die eigene Sprache einfach zu langweilig geworden? Gehen uns schlichtweg die Ideen für neue Dinge aus, weswegen wir Altes einfach neu verpacken und mit einem coolen Namen schmücken müssen?

Eins ist klar, spätestens wenn wir von den Eltern oder Großeltern gefragt werden, was mit „Sale“ gemeint sei, kann es schnell zu Wortfindungsstörungen kommen. Als Japanologiestudentin mit zwei Fremdsprachen während der Hochschulausbildung etwas, was mir recht häufiger passierte. Wörter, die es in der eigenen Sprache so nicht gibt oder in der Fremdsprache einfach eine andere Nuance haben. Da frage ich mich ganz bewusst, müssen wir es uns denn noch komplizierter machen als es sowieso schon ist?

Das Gegenbeispiel dazu dann während einer einfachen Bahnfahrt von Bonn nach Köln. Signalstörung, Verspätung und der daraus resultierende Gleiswechsel. Dank der Technik von heute wird schnell alles per Lautsprecherdurchsagen dem Kunden mitgeteilt, sodass man sich noch gemütlich auf das passende Gleis begeben kann. Zumindest die Personen, die der deutschen Sprache mächtig sind. Alle andere bleiben etwas verwirrt am ursprünglichen Gleis stehen. Wieso werden mir mit englischen Begriffen in der Innenstadt beworfen und dort wo es weitaus sinnvoller wäre, verzichten wir darauf? Gehen wir den zusätzlichen Schritt nur, wenn sich ein Produkt dadurch besser verkaufen lässt?

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