LinkedIn sei Dank! Viele neue Freunde!

Was für ein schöner Tag! Gestern Morgen schlug mir LinkedIn vor, mich mit einer ausgewählten Gruppe an Personen, zu denen meine „Freund“ und ich in Kontakt stehen zu verbinden.

Was für eine tolle Idee. Zwei weitläufige Bekannte angeklickt und weg!

Doch was macht LinkedIn? Das internationale Netzwerk hatte wohl beschlossen, ich müsse mit viel mehr Leuten verbunden sein und hat ohne mein aktives Zutun, zahlreiche Kontaktabfragen verschickt.

Und bei mir steht das Telefon nicht still, rattern die Mails nur so rein. Facebook-Nachrichten strömen nur so in den Messanger….

Hallo, hast Du mich angeschrieben?

Sehr geehrte Frau Dr. Lötters, haben Sie mich…..?

Hallo Christine, Mensch, wie geht es Dir? Ich wollte Dich lange schon mal anrufen. Sag mal, hast Du mich angeschrieben?…..

Nein, habe ich nicht. Zumindest nicht bewusst! Ich käme nicht auf die Idee!

Der Tag war rum, die geplante Arbeit liegen geblieben, aber ich habe viele Kontakte aufgefrischt und konnte die Sorge über meinen gebrechlichen alten Nachbarn mit seiner Tochter teilen, die ich kaum kenne. Und ich habe mit einer Bekannten telefoniert, die ich lange schon mal wieder anrufen wollte. Nicht zu vergessen, die spannende Facebook-Kommunikation mit mir völlig fremden Menschen, Kontakte von „LinkedIn-Freunden“!

Und… Stopp! Das reichte! Ich fuhr den PC runter und nahm mir für den Rest des Tages frei!

Liebes LinkedIn: Vielen Dank für diesen aufregenden Tag! Ich hatte in wenigen Stunden über 30 neue Kontakte! Rekord für mich an einem Tag.

Was bin ich froh! Ich bin nun nicht mehr einsam!

Und zukünftig lasse ich die Finger von Einladungen über LinkedIn!

Handlettering – die neue Lust am Schreiben!

Finnland schafft die Schreibschrift ab. Flächendeckend haben PCs und Tablets Stifte und Papier bereits ab der ersten Klasse ersetzt. Digitalisierung!

Auch bei uns zu Lande werden Papier und Stift durch digitales Equipment verdrängt. Unsere Gesellschaft schreibt nicht mehr mit der Hand, so scheint es. Doch halt, ist das so?

„Handlettering – Die neue Lust am Buchstabenmalen“ las ich vor Kurzem mit großem Erstaunen. Der Trend gehe in Richtung Selbstmachen.  Unsere Gesellschaft verspüre Lust, am Ausmalen und am Schreiben mit der Hand. Das Interesse an einer spielerischen Auseinandersetzung mit dem Thema Stifte, hieß es da, nehme zu.

Buchstaben und Formen fühlen, statt wischen und tippen

Nicht nur die Kleinen malen und schreiben mit Stift und Papier

Ist das so? Oder ist dies nur ein PR-Artikel der Stiftehersteller? Das kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Sagen kann ich jedoch, dass Menschen fünf Sinne haben und die Haptik einer dieser Sinne ist. Und dass die haptischen Erlebnisse, wenn Stifte über das Papier gleiten, um dort Buchstaben und Bilder zu hinterlassen, völlig andere sind, als wenn man mit der Tastatur Buchstaben in den PC jagt, ist auch klar. Man erspürt die einzelnen Buchstaben, begreift im wahrsten Sinne des Wortes, den Unterschied der einzelnen Rundungen, die zusammen Buchstaben und Wörter ergeben.

Und genau dies scheint der Grund für diese Gegenbewegung zur Digitalisierung zu sein. Menschen gieren nach Verbindlichkeit, sehnen sich nach alten Werten, nach vertrauten Dingen, wie eben dem Schreiben von Buchstaben auf einem Stück Papier. Wischen und tippen sind auf Dauer einfach zu wenig.

Schluss mit dem immer schneller, immer weiter, egal was, Hauptsache schnell und unverbindlich.