New Fakes gefällig?

Fake News free to useFluch und Segen – wie jeder große Gesellschaftswandel bringt auch die Digitalisierung ihre positiven und negativen Seiten mit sich. Im Bereich der Nachrichten ist das Ausmaß der Informationsflut, die sich von den Bildschirmen über uns ergießt, ungeheuer geworden. Ungeheuer wichtig; trägt sie doch zu einer differenzierten Meinungsbildung und einem neuen politischen Aktivismus bei. Bequem auf der Couch werden Videos über unzumutbare Zustände angesehen, Statistiken geteilt und mit wenigen Klicks wird direkt noch zu einer Demonstration zum Thema aufgerufen. Ungeheuer einfach; und damit ungeheuer gefährlich.

Die Nachrichtenerstattung gehört zu den Grundpfeilern eines Gesellschaftssystems. Ändert sie sich, hat das Auswirkungen auf die Gesellschaft.

fakebook free to useUrsprünglich war eine „Nachricht“ eine Anweisung, nach der es sich zu richten galt. Die man unreflektiert hinnahm und befolgte, denn sie kam von oben. Auch heute werden Nachrichten meist unreflektiert hingenommen, allerdings aus anderen Gründen: Wir gehen davon aus, dass der oberste Anspruch einer Nachricht, die Faktizität, immer gewahrt bleibt. Was aber, wenn der Sender einer Nachricht genau diese Glaubwürdigkeit ausnutzt? Wenn „alternative Fakten“ von höchsten Autoritäten gestreut werden?

Das Konzept der Falschmeldungen ist kein neues. Nur gibt die Digitalisierung nicht nur Personen des öffentlichen Lebens, sondern ausnahmslos jedem Internetuser die Macht in die Hand, falsche Informationen schnell und weit zu verbreiten.

Der englische Ausdruck „Fake News“ wurde 2016 zum Anglizismus des Jahres gekürt und war 2017 in der engen Auswahl für das Unwort des Jahres. Er fasziniert durch die Verbindung von gegensätzlichen Konzepten zu einem neuen Konstrukt: Während die „News“ gerade durch ihren Wahrheitsanspruch definiert sind, wird dieser Anspruch durch das Attribut „Fake“ direkt revidiert.

Die Problematik des Begriffs entsteht aus der Reihenfolge der beiden Wörter: Wenn Fakten auch als „alternativ“ beschrieben werden, bleiben sie doch in unserer Wahrnehmung immer noch Fakten und damit zunächst glaubwürdig.

Stolpert man in den sozialen Medien wieder einmal über interessant anmutende Statistiken, sollte man sich also fragen: News or New Fakes? (HM)

Grauer Wolf oder Hahn im Korb?

Zunehmend beschäftigt diese Frage seit einiger Zeit die Besucher von Netzwerkveranstaltungen im Bonner Mittelstand. Wenn man sich SCL Verstärkung Jochen Gerhards so anschaut, erweckt er tatsächlich den Eindruck eines grauen Wolfes. Erfahren und ruhig kommt er daher. Ihn zu unterschätzen wäre ein Fehler, den man sicherlich nur einmal macht. Er sticht heraus. Auch bei SC Lötters. Als grauen Wolf würde man ihn hier allerdings wohl nicht beschreiben, auch wenn die grauen Haare den Eindruck optisch unterstreichen. Denn als einziger männlicher Mitarbeiter ist Jochen Gerhards hier tatsächlich eher der sprichwörtliche Hahn im Korb. Und ob er es nun zugeben will oder nicht. Es scheint ihm zu gefallen.

Jochen 2 bearbeitetAber keine Angst. Der leidenschaftliche Sänger ist harmlos, sowohl als Wolf als auch als Hahn. War er jahrzehntelang als Banker im Privat- und Firmenkundengeschäft tätig, so ist er mittlerweile weitestgehend resozialisiert. In der Region Bonn/Rhein-Sieg hat er sich seit jeher sozial engagiert. Vom Kindergartenförderungsverein über den Handballclub mit 2. Liga-Ambitionen bis hin zur Öffentlichkeitsarbeit und Marketingtätigkeit in einem renommierten Männergesangsverein. Sein privates Interesse an Pressearbeit und Marketing konnte er nun zum Beruf machen und punktet seit Jahresbeginn für SC Lötters. Dabei profitiert er von den Erfahrungen, die er in seinem früheren Leben als Banker gesammelt hat.

Obwohl bei SCL Männer traditionell eher eine fast unbedeutende Rolle spielen, beweist man nun Mut und lässt einen Mann machen. (LW)

Von Kriegsführung und Kreativität

Plakat-150dpiGuerilla Marketing. Bis zum heutigen Tage habe ich davon noch nichts gehört. Sicher. Die Begriffe „Marketing“ und „Guerilla“ sind durchaus bekannt. Als Guerilla wird dabei im Allgemeinen ein Kampfstil bezeichnet, bei dem es darauf ankommt, seinen Gegner durch ungewöhnliche Taktiken zu schwächen und so schließlich den Kampf für sich zu gewinnen. Und was soll das jetzt mit Marketing zu tun haben? Gibt es hier etwa auch Gegner, die es zu bezwingen gilt? Führen die Marketing-Agenturen einen geheimen Krieg mit hohen Verlusten? Nein. Ganz so verschwörerisch wie es klingen mag, ist es nicht. Der „Krieg“, um den es hier geht, wird unter den Wettbewerbsteilnehmern des freien Marktes ausgetragen. Blut fließt dabei nicht.

Wenn aber kleine Firmen oder Vereine mit wenig Kapital und noch weniger Erfahrung auch ein Stück vom leckeren Marktwirtschaftskuchen abhaben wollen, ist es oftmals schwer, sich mit konventionellen Mitteln gegen die Masse der Etablierten abzusetzen. Dann kommt das Guerilla Marketing ins Spiel. Es schockiert oder bringt zum Lachen. Mit niedrigen Kosten zaubern die Marketingagenturen kreative Kampagnen, die eine Vielzahl von Leuten auf emotionaler Ebene erreichen. Die Ausgestaltung kann dabei verschieden sein. Von bedruckten Bierdeckeln, über Werbungen auf einem Kassenbon, bis hin zu Plakaten für einen Männergesangverein. (L W)

Macht DSGVO Daten sicherer?

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Nach der Verschärfung der Datenschutzregeln fühlen sich viele Mittelständler und Vereine unsicher, was ihre Internetpräsenz angeht. Da die Haftungsrisiken schlecht kalkulierbar sind und Ängste im Hinblick auf eine Abmahnwelle bestehen, schränken viele Unternehmen ihre digitale Präsenz ein. Zudem entschied der Europäische Gerichtshof, dass sowohl Facebook, als auch die Betreiber der Fanpages auf dieser Social Media Plattform, die Verantwortung für die Verarbeitung der Daten tragen. Das birgt vor allem deswegen große Schwierigkeiten, da es unklar ist, welche Daten der Internetriese genau verarbeitet, wie er mit diesen umgeht und wie man an diese Informationen gelangen kann. Es ist nun abzuwarten, ob die Abschaltung der Fanpages notwendig ist oder ob bestimmte Vorkehrungen, wie beispielsweise eine Abänderung des Impressums, genügen.

Der Verbraucher soll besser geschützt, seine Daten sicherer behandelt und die Auskunft klarer geregelt sein. Die Idee der neuen Datenschutzgrundverordnung ist mehr Transparenz und Sicherheit der Konsumenten. Und genau dieses wünscht man sich auch für den Anbieter, der sich jedoch aktuell im Stich gelassen fühlt.

Immer deutlicher zeigt die DSGVO, wie wir alle ein Teil der digitalisierten Welt sind. Es ist nicht entscheidend, ob man ein Smartphone hat, einen Onlineshop besitzt oder ein digitaler Nomade ist. Auch Vereinsmitglieder, Handwerksbetriebe, Lehrer und so gut wie alle anderen Personen, die mit personenbezogenen Daten arbeiten, die vermeintlich nichts mit dem Internet zu tun haben, müssen neue Sicherheitsvorkehrungen treffen, um sich oder ihr Unternehmen zu schützen. Whatsapp-Gruppen, Arbeiten am privaten Computer oder das Ablegen von Passwörtern an unzureichend geschützten Orten sind für sie nun undenkbar geworden. Die DSGVO ist ein Schritt in die richtige Richtung, allerdings zeigt der zeitliche Ablauf von Umsetzung und Gesetzgebung, dass die Digitalisierung schneller voranschreitet, als Politik und Justiz.

Raus aus der Digitalität, rein in die Natur

Der Besitz von Schrebergärten, analogen Kameras und Schallplatten ist wieder im Trend. Wieso im Moment eine Rückbesinnung auf alte Traditionen stattfindet:

Keine Frage, die Digitalisierung biete viele neue Möglichkeiten und Vorteile. Doch in der Flut aus Informationen, die einem im World Wide Web zur Verfügung stehen und der Schnelllebigkeit des Internets, kristallisiert sich der Trend heraus, zu alten Werten, Traditionen und Gegenständen. Menschen möchten wieder etwas in der Hand haben, auf Bewährtes zurück zu greifen. Eine Form von Nostalgie?

Vor allem bei jüngere Menschen, die mit Computern und den Anfängen des Internets aufgewachsen sind, ist zu beobachten, dass Gesellschaft und Natur wieder ein wichtiger Teil des Lebens werden. Bei einem gemeinsamen Pubquiz-Abend wird lieber miteinander gesprochen, als Online über Social Media Kanäle.wheelbarrows-2157324_1280 Auch in die Natur verschlägt es viele Menschen wieder. Früher galten Schrebergärten als spießig und uncool. Heute sind sie vor allem in Großstädten wieder bei jungen Familien beliebt, um dem Großstadtdschungel für ein paar Stunden entfliehen zu können. Der Trend zum „Urban Gardening“ mit dem Anbau von eigenem Obst und Gemüse ist in vielen Großstädten zu spüren – in Berlin sind mehr als 10 000 Menschen auf der Suche nach einem grünen privaten Fleckchen. Im Trend sind zurzeit aber auch Gegenstände aus vergangenen Tagen: die analoge Fotografie und Polaroidkameras erleben ihr Comeback, genauso wie Schallplatten.

Doch was ist der Grund für die Rückbesinnung zur alten Zeit?old-1130731_1280 In einer Welt, in der ausschließlich Online kommuniziert, eingekauft, beraten und gebucht werden kann, fehlen vor allem zwei Dinge: die Persönlichkeit und das Haptische. Irgendwann hat man genug von all den digitalen und virtuellen Dingen. Man möchte wieder Gegenstände berühren und erspüren können und ein Gespräch führen, ohne Angst, dass alle geschriebenen Nachrichten gesammelt, gespeichert und an Dritte weitergegeben werden.

Für einen Augenblick gilt es dann, dem digitalen Wahnsinn zu entfliehen – raus aus der Digitalität, rein in die Natur. Was für ältere Generationen völlig normal war, wird gerade von der jüngeren wiederentdeckt und geschätzt. Digitalität ist eben nicht alles.